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Chinesische Heilkräuter

 
Die Verwendung von Heilpflanzen ist so alt wie die Menschheit – nein, sie ist noch älter. Beobachtungen von Tieren zeigen, dass Tiere bei bestimmten Erkrankungen ausgewählte Pflanzen zur Linderung ihrer Beschwerden zu sich nehmen.

Schon vor über drei Jahrtausenden wurden Pflanzen in den verschiedenen Kulturkreisen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Menschen systematisiert und in heutzutage „Materia Medica“, also Arzneimittellehren zusammengefasst.

In manchen Heilsystemen, wie dem indischen (Ayurveda) oder dem chinesischen (TCM) wurden die seit Generationen gesammelten Erkenntnisse weiter gepflegt, in das teilweise mystische Weltbild eingepasst und in die heutige Zeit herübergerettet.

Die Phytotherapie in Europa nahm hingegen einen anderen Weg: Die Fortschritte auf dem Gebiet der Biochemie führten dazu, dass alte Systematisierungen beiseite gewischt wurden und der biochemische Mechanismus in den Vordergrund rückte. Einzelne Wirkstoffe wurden isoliert und synthetisch nachgebaut.

In der TCM werden nach wie vor alle Inhaltsstoffe der Pflanze verwendet – Forschungen zeigen, dass gerade das Zusammenwirken aller Wirkstoffe einer Pflanze den Heilerfolg sichert.

Die Kräutermedizin macht 80 Prozent der klinischen chinesischen Therapie aus. Vor allem bei Leereerkrankungen, also bei chronischen Erkrankungen, wird ohne die Einnahme von Heilkräutern kein Durchbruch in der Behandlung zu erzielen sein.

 

Wie werden die Rezepturen zusammengestellt?

Die Auswahl der Kräuter, Mineralien und in seltenen Fällen auch tierischen Bestandteile ergibt sich aus der Diagnose nach TCM-Richtlinien. Wurde beispielsweise bei einem Patienten mit Völlegefühl nach dem Essen, Schwäche der Extremitäten und Antriebsschwäche ein Milz-Qi-Mangel diagnostiziert, so wird das Ziel sein, das Milz-Qi zu stärken und eventuell schon entstandene Feuchtigkeit auszuleiten.
Es werden also Kräuter kombiniert, die das vermögen, weitere, die spezielle Symptome des Patienten berücksichtigen, werden hinzu gegeben.

In jeder Rezeptur gibt es ein oder zwei führende Kräuter, die die Hauptwirkung der Rezeptur entfalten. Dazu werden unterstützende Kräuter eingesetzt - sie verstärken die Wirkung. Für besondere Beschwerden können zusätzlich Kräuter gegeben werden.
In manchen Fällen ist es notwendig, der Rezeptur harmonisierende Kräuter hinzuzufügen, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschalten.


Wie werden die Kräuter eingenommen?

Aus den verschriebenen Kräutern wird eine Abkochung hergestellt, die vom Patienten mehrmals täglich eingenommen wird. Der Dekokt, also die Abkochung, wird wie Tee getrunken. Der Geschmack ist je nach Zutaten schmackhaft, so lala oder nur etwas für Hartgesottene.
Hier aber gilt - wie in der Werbung von Fishermen’s friend: Ist es zu stark, bist Du zu schwach.

Da im Westen die Patienten den Geschmack oftmals nicht tolerieren, wurden - speziell für den westlichen Markt - Tabletten hergestellt, die problemlos von den Patienten eingenommen werden können.

Dies hat in meinen Augen mehr Nach- als Vorteile:
Erstens sind Fertigarzneien in den seltensten Fällen auf den energetischen Zustand des Patienten zugeschnitten und verzögern so die Heilung oder lassen einige Aspekte der Erkrankung unberücksichtigt.
Zweitens ändert sich der energetische Zustand des Patienten innerhalb weniger Tage sicherlich - die Rezeptur sollte sich also auch ändern und muss vom Therapeuten modifiziert werden.
Drittens sind sowohl chinesische Einzelkräuter als auch Fertigarzneien in Pillenform relativ teuer - die Einzelkräuter lassen sich aber oft in neuen Rezepturen verwenden, während die Tabletten, wenn sie nicht zum energetischen Muster passen, nutzlos sind.
Viertens sind Abkochungen wesentlich wirksamer als Tabletten und führen schneller zum Ziel.


Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen?

Wie alle Medikamente können auch die chinesischen Rezepturen Nebenwirkungen haben.
Die meisten Nebenwirkungen entstehen aber durch eine Rezeptur und/oder Dosierung, die nicht zum momentanen Zustand des Patienten passt.
Eine sorgfältige Diagnose nach TCM-Richtlinien ist daher unverzichtbar.

Da die TCM den gesamten Menschen und nicht einzelne Krankheiten behandelt, kommt es hingegen zu erwünschten Nebenwirkungen.

 

Weitere Informationen unter

akupunktur-tcm.eu

 © Kristof Thamm  |   Heilpraktiker für TCM
Elisabethstr. 85 | 80797 München | Telefon 089-12015971